Hallo und Humppa nach Deutschland,
Gefahren heute: 112km
Gefahren gesamt: 1525km
Auch heute können wir die Füße wieder nicht still halten und starten eine neue kleine Tour. Erstmal wieder Frühstück bei uns. Heute könnte man auch nackt vor der offenen Tür sitzen. Ich glaube, es ist außer uns keiner in der Anlage heute. Ok, am Nachbarhaus wird repariert. Also das Personal ist da. Und wir werden auch angesprochen, ob wir heute Housekeeping haben wollen. Aber Gäste sehe ich sonst keine. Wie sehr das mit einkalkuliert ist in der Rechnung? Also wie viel Prozent Belegung müssen die hier haben, damit sich das rechnet?
Wir fahren heute nach Plettenberg Bay. Da sind wir gestern schon dran vorbei gekommen. Monkeyland und Co. liegen noch ein wenig weiter die Straße runter. Heute fahren wir schon vorher ab. Am Ende des Tage kommen wir dann aber trotzdem inzwischen schon auf über 1.500km die wir gefahren sind.
„Der Ort diente als Relaisstation für Schiffe nach Niederländisch-Indien (dem heutigen Indonesien), später auch als Walfangstation, die bis 1920 in Betrieb war.
Den heutigen Namen erhielt sie nach Baron Joachim van Plettenberg (1739–1793), der von 1774 bis 1785 Gouverneur der niederländischen Kapkolonie war. Er ließ in Plettenberg Bay im Jahre 1778 einen Signal- und Markierungspunkt mit dem Wappen der Niederländischen Ostindien-Kompanie errichten, der auch seinen Namen trug.“ (Wikipedia)
Wir steuern in Plettenberg Bay erstmal einen Strandabschnitt an mit einem laut Google brauchbar bewerteten Restaurant für unseren üblichen Mittagssnack. Hier am Strandparkplatz sehe ich das erste mal weibliche inoffizielle Parkeinweiserinnen. Bisher waren das immer Männer. Hier sitzt eine kleine Gruppe von Frauen mit Warnwesten. Die sind aber deutlich weniger aggressiv beim Anwerben von zu parkenden Fahrzeugen.
Das Restaurant ist gut besucht. Wir halten unseren Aufenthalt kurz. Das Essen ist Ok. Ich sehe das erste mal einen weißen Kellnern hier. Er scheint zumindest der Oberkellner zu sein und stellt uns gleich seine Kollegin vor, auch wenn er dann immer mit an den Tisch kommt und sie heute eher einarbeitet.
Am Strand steht hier eine Hai-Warnleuchte. Hier scheint es also tatsächlich Haie zu geben. Wir gehen später noch ein bisschen am Wasser entlang und auf einen kleinen Hügel. Dort steht auch ein Hai-Spotter. Der hält Ausschau nach Haien und meldet das dann. Weil wir gerade noch überlegen ob wir noch einen weiteren Anlauf zu einer Wal-Tour unternehmen sollten, und er ja quasi Experte sein muss, kommen wir ins Gespräch. Sein Kumpel fährt Wal-Touren und er war vor 2 Tagen mit. Dann zeigt er uns noch ein Video, dass er da gemacht hat, auf dem ein Wal richtig auf dem Wasser bricht. Also genau die Bilder die man unbedingt selber machen möchte. Aber im Grunde ist die Saison durch. Viele Wale sollte man nicht mehr erwarten.
Dann halten wir noch für einen kurzen Spaziergang durch die Stadt. Bringen Postkarten weg und gehen einmal die Hauptstraße auf und ab. Was schnell erledigt ist. Es wirkt irgendwie fremd. Viele schicke Geschäfte. Aber da ist nie was los. Die passen hier auch irgendwie nicht hin. Es sind alles nur Läden für weiße Touristen. Die einzigen Nicht-Weißen stehen hier in der Schlange am Geldautomaten, oder sind Parkeinweiser.
Weil der Eisladen, an dem wir halten, heute sein 16 jähriges Bestehen feiert, kostet die Kugel Eis heute nur 16 Rand. Also nicht mal einen Euro. An der Wand hängen ein paar Zeitungsartikel und Bewertungen. „Top 100 Desserts in Südafrika“ – na, das lässt doch die Erwartungen an das Eis erstmal steigen. Bestätigen kann ich das aber nicht. Bzw. ist das dann nicht so gut für die 99 anderen Läden auf der Liste. Unsere Eisläden liegen da aber alle deutlich drüber. Die sind aber nicht in Südafrika. Und das gibt schon ordentlich Bonus von der Gesamtatmosphäre her.
Wir fahren weiter zum Robberg. Eine kleine Landzunge von gut zwei Quadratkilometern die hier ins Meer ragt ist das Robberg Nature Reserve. In dem Naturschutzgebiet gibt es eine Kolonie an Seelöwen die hier leben. Es gibt ein paar Vögel die hier in der Steilwand nisten. Und außerdem ist dies ein UNESCO Welterbe, das geologischen Felsformationen, die auf den Ur-Riesenkontinent Gondwanaland von vor 120 Millionen Jahren zurückgehen soll.
Über einen tollen Wanderweg kann man hier in einer großen 8 die ganze oder die kleine Runde um das Naturschutzgebiet machen. Wir machen weite Teile davon.
Wir treffen hier oben auch wieder auf einen Hai-Spotter der von hier oben die Bucht im Blick behält. Heute hätte es auch schon Hai-Sichtungen gegeben. Gerade vor 20 Minuten wären vier Tiere gesehen worden.
Zusammen gibt es hier eine tolle Wanderung. Mit mehr Zeit lohnt sich die volle Umrundung. Es gibt auch einen richtig tollen Strand zu dem man hier runter gehen kann. Also wer hier einen ganzen Tag einplant hat hier auch eine großartige Strandlocation. Es gibt sogar eine kleine Hütte die man hier wohl auch mieten kann. Das sah aber auch nicht gerade nach Luxus oder fließend Wasser aus. Aber die Location ist einmalig.
Für uns geht es zurück in unsere Doppelhaushälfte. Es ist kalt geworden heute Abend. Wir machen nur noch eine kleine Runde in unserem Pool. Es war wieder ein sehr schöner Tag. Aber jetzt: Gute Nacht.
cheers.
Sebastian


